Ach herrje, ich vernachlässige das hier ganz schön. Sorry!!
Habe aber zu meiner Verteidigung zu sagen, dass hier gerade so viel zu tun ist, dass ich einfach nicht dazu komme, und ich finde, wer mir nicht mal ein Kommentar hinterlässt (was ja fast keiner tut. Schämt euch!), der braucht auch nicht motzen… ![]()
Also, ich versuche mich mal an alles zu erinnern, was in der letzten Woche so passiert ist.
Letzten Sonntag war ich mit Anne in Salthill schwimmen und dieses Schwimmbad war seine stolzen 4,80 Euro (+2 Euro für die obligatorische Badekappe) definitiv nicht wert. Alles ist irgendwie gammelig und es gab nur zwei Bahnen für Leute, die tatsächlich schwimmen wollten. War nicht wirklich spaßig, weil ich die ganze Zeit hinter einem ca. zehnjährigen Iren herschwimmen musste, der irgendwelche meiner Meinung nach nicht existenten Schwimmstile ausprobiert hat und sich mit einer Geschwindigkeit von ca. 2 Metern pro Stunde bewegt hat. Ich bin ja auch nicht die schnellste Schwimmerin, aber das war echt laaaangsaaaam. Deshalb haben wir auch nach einer Dreiviertelstunde abgebrochen und stattdessen noch das Dampfbad benutzt, was immerhin inklusive war. Danach haben wir dann festgestellt, dass man für gerade mal 20 Cent mehr auch den brandneuen Pool im Uni-Fitnessstudio nutzen kann, der ungefähr halb so weit entfernt ist wie Salthill. Naja. So kamen wir immerhin noch ans Meer. Am Dienstag war Clubs Day und wir sind dann dem Swimming Club beigetreten, weil wir dachten, das sei dann kostenlos. Es stellte sich jetzt allerdings raus, dass man eine relativ teure Pool-Nutzungsgebühr zahlen muss und ich bräuchte dann auch noch einen Badeanzug, deshalb werde ich glaub ich einfach zukünftig einmal die Woche auf eigene Faust schwimmen gehen. Die anderen Clubs waren leider alle nichts, weil man sich entweder für teures Geld Equipment anschaffen muss oder weil es war mit Bällen zu tun hat, was ja bekanntlich jetzt nicht unbedingt meine Tasse Tee ist. Sind aber immer noch am überlegen, Yoga zu machen, bzw. gibt es hier im Fitnessstudio auch Pay as you go-Kurse, sodass man einfach vier Euro zahlen und dann eine Stunde Sport machen kann. Mal sehen, worauf es hinausläuft.
Mittwoch war Societies Day. Hier in der Uni gibt es unfassbar viele Societies!!! Bin der International Students Society, der Food and Drink Society (die machen Weinproben, Kochkurse und lauter tolle Sachen), der Nothing Specific Society (eine der beliebtesten Societies, da sie einfach alles mögliche und nichts bestimmtes anbieten), ALIVE (Volunteering) und An Cumman Staire (die History Society, die lauter spannende Vorträge, Ausflüge und andere Events organisiert) beigetreten. Es gab noch jede Menge anderer Dinge, aber ich wollte nicht zu viel machen und hab ja immer noch nächstes Semester, wo ich mir dann andere Socs aussuchen kann. Abends war die ISS Dress as your Country Party. Wir Deutschen haben uns dazu vorher bei Esther zum Pizza essen und umziehen getroffen. Die anderen hatten wirklich passende Sachen an, Anne hatte sogar ein Dirndl-ähnliches Kleid gefunden. Ich wollte allerdings kein Geld für neue Sachen ausgeben, die ich wahrscheinlich ohnehin nie mehr angezogen hätte und hab deshalb einfach ein kariertes Hemd, eine bis zu den Knien hochgekrempelte Jeans und hochgezogene Wollsocken angezogen und mir zwei Zöpfe gemacht. Nicht sehr kreativ, aber ich hatte immerhin alles schon da. Die Party an sich war super – es waren viele Leute da und die Stimmung war richtig gut. Es stellte sich allerdings heraus, dass es gut war, dass ich kein Geld ausgegeben hatte, denn viele waren gar nicht verkleidet, was irgendwie etwas schade war. Hab auch an irgendeinem Punkt dann meine Jeans lieber wieder runter gekrempelt.
Um Mitternacht hatte Anne dann Geburtstag! Leider schließen die Pubs hier unter der Woche schon gegen zwölf, sodass wir kurz nach zwölf unsanft aus dem Mixers geschmissen wurden und in einen Club umziehen mussten. Sind dann noch eine Weile ins Roisín Dubh gegangen, aber gegen zwei bin ich dann mit Amanda heimgelaufen, denn am Donnerstag musste ich schon wieder gegen neun raus. Haben zur Feier des Tages unsere erste Vorlesung ausfallen lassen (wäre ohnehin doof gewesen, weil das Buch, das wir hätten lesen müssen, nirgends zu bekommen war) und sind zu HMV gegangen, wo der Cadbury Gorilla gespielt hat. (Zur Erklärung: HMV ist ein CD- und DVD-Geschäft. Der Cadbury Gorilla ist ein Gorilla, der in der Cadbury (=Schokolade)-Werbung innbrünstig zu Bonnie Tyler’s „Total Eclipse of the Heart“ auf einem Schlagzeug rumtrommelt.) Die Werbung ist ganz lustig, deshalb sind wir hingegangen, aber das Affenkostüm war sehr sehr schlecht und die Schlagzeugerfähigkeiten des Menschen, der in dem Kostüm steckte, waren relativ amateurhaft, von daher hat es sich nicht wirklich gelohnt. War aber trotzdem witzig, zumal als wir aus dem Geschäft raus kamen an die hundert Leute für die zweite Vorstellung anstanden, während wir gar nicht anstehen mussten.
Sind dann am Kanal zur Uni zurück gelaufen und anlässlich Annes Geburtstag im Stud House Mittagessen gegangen. Später waren wir dann noch im Unipark Apfelkuchen essen und haben Anne unser Geschenk überreicht. Abends bin ich dann mit meinem Irish Drama Seminar ins Theater gegangen. Wir haben Martin McDonaghs „The Cripple of Inishmaan“ gesehen und es war unglaublich gut. Aufgeführt wurde es von der Druid Theatre Company und es haben lauter renommierte Schauspieler mitgespielt – eine z.B. hat den Drama Desk Award gewonnen, eine andere hat schon die Ophelia bei der Royal Shakespeare Company gespielt. Die Geschichte werde ich euch jetzt mal ersparen, aber es war wirklich super und ich bin froh, dort hingegangen zu sein. Habe auch fest vor, im Dezember das nächste Stück der Gruppe anzusehen. Im Anschluss waren wir noch im King’s Head, Annes Geburtstag ausklingen lassen. Freitag war dann hauptsächlich Uni und ausruhen angesagt, denn am Samstag war um 5.45 Uhr die Nacht vorbei, denn ich bin mit Anne, Esther und Franzi nach Dublin gefahren. Eigentlich wollte Amanda noch mitkommen, die ist aber leider krank geworden und hat gestern den ganzen Tag flach gelegen. Wir vermuten, dass es am Leitungswasser lag, das sie getrunken hat. Soll man hier im Moment nämlich vermeiden, da es total verdreckt ist. Naja, so haben wir halt mal einen Deutsch-Tag eingelegt, was auch mal ganz entspannend war. Um 7.30 Uhr ging unser Bus nach Dublin und um 10.45 Uhr kamen wir dort an. Nachdem wir den obligatorischen Kaffee zu uns genommen hatten, sind wir gleich Richtung Trinity College losgegangen, wo wir uns die alte Bibliothek, das Book of Kells und andere alte Manuskripte und Bücher angesehen haben. Ich fand es wirklich unglaublich beeindruckend!!! Das Book of Kells ist mehr als 1000 (!!!!) Jahre alt und sehr gut erhalten. Leider war es brechend voll, da Samstag, und deshalb konnte man sich nicht alles genau angucken. Die Bibliothek ist wunderschön, aber man wird einfach durchgeschleust und darf (logischerweise) nichts anfassen. Das ist zwar einleuchtend, aber ich muss trotzdem sagen, dass fas für mich nicht der Sinn von Bibliotheken ist. Ich wäre gerne länger dort geblieben und wäre auf die Leitern gestiegen und hätte mir die Bücher angesehen. Aber das ging ja leider nicht… Das Trinity College an sich fang ich enttäuschend. Mir gefällt unsere Uni hier wesentlich besser und mich würde es auch nerven, wenn jeden Tag so um die Tausend Touristen über den Campus latschen würden, wo ich studieren soll. Generell habe ich mir Dublin anders vorgestellt. Im Vergleich zu Galway ist Dublin kaum irisch, sondern sieht an vielen Stellen sehr englisch aus, sodass man genauso gut in London stehen könnte. Ich mag London sehr, aber eben in England und nicht in Irland. Wir haben gestern auch erst mal einen richtigen Großstadtschock gehabt. Nach einem Monat Galway fühlte sich Dublin unfassbar riesig an und hat mich ehrlich gesagt ein bisschen überfordert. Auch die Atmosphäre hier in Galway ist ganz anders. Die Leute sind alle sehr freundlich und es ist mir schon mehrmals passiert, dass mich auf der Straße Leute angesprochen haben, die sich einfach unterhalten wollten. Am Anfang fand ich das zugegebenermaßen etwas befremdlich, aber man merkt schnell, dass das einfach die westirische Mentalität ist. Hier in Galway sind auch so gut wie alle Schilder und Anzeigen zweisprachig – Englisch und Gälisch. In Dublin war das gar nicht der Fall. Der Grund dafür ist sicher, dass Dublin, seit England unter Henry II im 12. Jahrhundert einen Teil Irlands eingenommen hatte, immer der Ort in Irland war, wo die meisten Anglo-Iren gelebt haben und gerade im 15. Jahrhundert wollten die Engländer dort eine Art Miniaturausgabe Englands aufbauen, was sie meiner Meinung nach ganz gut hinbekommen haben. Das zog sich dann ja auch noch über die nächsten Jahrhunderte hin, sodass es kein Wunder ist, dass man in Dublin so viele englische Einflüsse erkennen kann. (Man sieht, meine British History-Vorlesung, die meine Lieblingsvorlesung ist, trägt Früchte.
). Ich will euch aber nicht weiter langweilen, deshalb weiter im Text. Nach unserem Besuch bei dem Book of Kells wollten wir zur Grafton Street laufen. Auf dem Weg sind wir an der National Library of Ireland vorbei gekommen, wo noch bis März eine William Butler Yeats-Ausstellung stattfindet. Ich wollte mir das gern ansehen, aber merkwürdigerweise hat die Bibliothek um 12.45 Uhr dicht gemacht, sodass daraus leider nichts wurde. Vielleicht kann ich ja einen Abstecher dorthin machen, wenn Kerstin in zwei Wochen hier ist. Immerhin haben wir durch den Besuch dieser Bibliothek die wahrscheinlich bequemste Toilette Irlands entdeckt – inklusive Sessel und Couch!! Kein Witz!!! Naja, nachdem aus der Ausstellung nichts wurde, sind wir auf die Grafton Street gegangen und haben ein bisschen (viel) geshoppt. Das ist ehrlich gesagt auch eines der wenigen Dinge, die man in Dublin tun kann. In Dublin gibt es nicht, wie in anderen Städten, ein oder zwei Straßen, in denen man einkaufen kann – Dublin BESTEHT aus Einkaufsstraßen und -zentren!! Wir waren aber natürlich nicht NUR einkaufen, sondern haben uns auch noch ein bisschen die Stadt angeschaut, sind durch das Temple Bar Viertel und über einen Markt geschlendert, bevor wir um acht wieder in den Bus nach Galway gestiegen sind. Dublin hat mir zwar ganz gut gefallen, aber ich muss trotzdem sagen, dass ich heilfroh bin, in Galway gelandet zu sein. Hier gefällt es mir einfach viiiiiel besser!!
Was ich auch noch erwähnen wollte: seit ca. zwei Wochen ist es hier in Galway trocken und die meisten Tage haben wir strahlend blauen Himmel. Gestern hat es zugegebenermaßen geregnet, aber wir waren ja nicht da und hatten in Dublin Sonnenschein, und heute war auch hier das Wetter wieder schön. Soviel zum Thema irisches Wetter!!! Heute habe ich mich hauptsächlich um Unikram gekümmert – viel gelesen und meine Mitschriften in eine lesbare Form gebracht. Heute Abend kamen Catherine und Sarah (zwei Mädels aus Tennessee, die Laura bei ihrer immigration kennen gelernt hat) zum essen und wir hatten ein wahnsinnig leckeres Hühnchen-Curry und Salat. Der Abend war total schön und wir haben vor, jetzt jeden Sonntag zusammen zu essen.
So, das ist wahrscheinlich der längste Beitrag, den ich je geschrieben habe und je schreiben werde. Bisher sind es fast 2000 Wörter, genauso viel, wie ich für mein History Mid-term Essay schreiben muss. Ich wünschte, das ginge mir auch so leicht von der Hand.
Ich gehe jetzt noch ein bisschen lesen und dann schlafen. Melde mich bald wieder!!
Bis dann!!
(Ach ja, scheinbar lädt die Seite nicht richtig und ich nehme an, dass es an den Fotos liegt. Werde deshalb ein Fotoalbum anlegen statt die Bilder hier hochzuladen. Hoffe, es geht dann schneller…)
So, dann will ich mal einen Kommentar schreiben, nicht, dass Du Dich beschwerst, keinen zu bekommen, ,obwohl Du Dir soooo viel Mühe gemacht hast, uns mit deinem Roman zu erheitern ;o) War echt interessant zu lesen…. Hab mir grad auch im StudiVZ die Fotos von Dublin angeschaut. Wirklich schön. Da kamen mir alte Erinnerungen hoch. Hab dads ja auch schon alles mal gesehen… Vor 17 Jahren… Sah aber genauso aus ;o) Sag mal,w eißte wenigstens, wie man den irischen Namen von Dublin ausspricht??? Ich schon ,o)